Jedermänner : Die Jedermaenner besuchen Hohenlohe

Jahresausflug vom 26. bis 28. September 2014

1.Tag, Freitag, 26.9.2014:

14 Jedermänner nehmen das Wagnis auf sich, gemeinsam Hohenlohe zu erkunden.
Wegen eines besonderen Geburtstages seiner Rosi, dem er einfach Vorfahrt einräumen musste, war Traditionschauffeur Erwin diesmal unabkömmlich. Not macht erfinderisch!
14 Mann passen in zwei Kleinbusse und die sind am Freitagmorgen hinter der ev. Kirche zur Stelle. Gerd mit einem Renault und Edgar mit einer Marke, die ihm zu Berufszeiten eine Abmahnung eingebracht hätte.
Über die A 6 und später über die A 81 erreichen wir bald das tiefe Bauland, wo eine Pause für Vesper und sonstige Kleinigkeiten eingelegt wird, bevor man mit Weikersheim das erste angepeilte Ziel erreicht.

Typisch Hohenlohe: mitten in der Pampa steht ein großes und großartiges Schloss mit einem Garten, der beim diesjährigen Wettbewerb um den schönsten einen 4. Platz in Deutschland ergatterte. Das Schloss gilt als einer der Höhepunkte süddeutscher Renaissancebaukunst und entstand im 16. Jh. Hervorstechend der 40 x 12 m große, reich dekorierte Rittersaal. Der frühe Tod, des letzten hier residierenden Grafen von Hohelohe-Weikersheim bewirkte, dass die Wohngemächer samt Inventar seit rd. 250 Jahren unverändert blieben und die Besichtigung zu einem Erlebnis machen.
Das Mittagessen in den nahen Deutschherren Stuben ist dann der Gesellschaft und der Umgebung angemessen.

Die nächste Station ist Künzelsau-Gaisbach, wo die Firma Würth ihren Hauptsitz hat. In einem architektionisch interessanten Gebäude kann eine Ausstellung des zu den deutschen Expressionisten zählenden Malers Philipp Bauknecht wie auch das gut gemachte Schraubenmuseum besichtigt werden, bevor in der Kantine Kaffee und Kuchen für Stärkung zur letzten Besichtigungstour des Tages sorgen. Die alte Stadt Öhringen steht auf dem Programm.

Nach kurzer Suche werden wir des Führers ansichtig, der im historischen Gewand des Türmers mit Wissen und Witz fast zwei Stunden lang seine Stadt vorstellt. Durch eine schmale Pforte gelangen wir in die enge Altstadt mit ihren alten Bürgerhäusern und zum Maktplatz, der von Stiftskirche und dem heute als Rathaus dienenden Schloss umsäumt ist. Die  2016 hier stattfindende Landesgartenschau wirft ihre ersten Strahlen voraus, zu denen auch Schildbürgerstreiche gehören,

Kulturgesättigt erreichen wir schließlich den Landgasthof-Hotel Krone im kleinen Dorf Sindringen, unmittelbar am Kocher gelegen. Hier werden für die nächsten zwei Tage die Zelte aufgeschlagen, teilweise im rund 100 m entfernten Gästehaus. Insbesondere die exzellente Küche des Hauses rechtfertigt die gelungene Wahl dieses Domizils.  

2. Tag, Samstag, 27. September 2014:

Hektik ist ein Fremdwort bei den Ausflügen der Jedermänner . Folglich nimmt man sich viel
Zeit für das Frühstücke und lässt es auch erst zu christlicher Zeit beginnen. Danach aber werden die Rösser gesattelt und vom Kocher- ins Jagsttal gewechselt. Beim Kloster Schöntal beginnt der sportliche Teil des Ausfluges: eine größere Wanderung. Auf Dorfstraßen, Wirtschaftswegen und Trampelpfaden durch den Wald geht es, großzügig gesehen, der Jagst entlang, zuerst zum Dörfchen Berlichingen und dann weiter bis nach Jagsthausen. An der Brücke, am Beginn des jenseits des Flusses liegenden Ortes, biegt man -unter Zurücklassen eines Siechen -landeinwärts ab, um nun über den Berg zur Ausgangsstation zurückzugehen. Nach rund drei Stunden und einem steilen, recht beschwerlichen Abstieg ist man wieder in Schöntal beim Restaurant Zur Post.

Alle sind hier wieder versammelt: Die Wanderer, die beiden Kameraden, die sich die Tortur nicht mehr zutrauten, sowie der Aussteiger. Das Lokal genügte den Ansprüchen. Lediglich der ausgelaugte Wanderer Gerd wird mit einem satten Kirchgänger verwechselt.
Imponierend ist in Schöntal die vollständig erhaltene, überwiegend barocke Klosteranlage. Dass es sich um ein Zisterzienserkloster mit dem Mutterkloster Maulbronn handelt, ist kaum zu ahnen. Die Zerstörung der Anlage während der Kriege im 16. und 17. Jh. machten einen Neubau notwendig und dieser geriet in der Zeit des Barock entsprechend prunkvoll.

Eine nette Führerin zeigt die ganze Anlage, insbesondere die große Kirche, die auch Grablege der Berlichingens, sammt dem zugehörigen Götz mit der Blechfaust und dem losen Mundwerk ist. Sie führt weiter durch den angebauten Abtspalast, zeigt das schwungvolle Treppenhaus und weiht in die sonstigen kleinen Geheimnisse ein.

Zurück im Hotel können wieder die vorzüglichen Produkte aus Küche und Keller genossen werden und bilden eine gute Grundlage für lange und lebhafte Unterhaltung.

3. Tag, Sonntag, 28. September 2014:  

Nach dem Abschied vom freundlichen Sindringen geht es weiter nach Schwäbisch Hall, das schon am Rande des von Fürstenhäusern überhäuften Hohenlohes liegt. Um 10 Uhr auf der alten Kocherbrücke hatte man sich mit Rosi und Erwin verabredet -und richtig: sie sind zur Stelle.

Eine recht vergnügte Führerin zeigt die alte Reichsstadt, deren früherer Reichtum auf der Salzgewinnung und dem einhergenden Handel beruhte. Erst geht unsere Strecke ein Stück dem Kocher entlang und dann hoch zum Marktplatz, der von der steil darüber stehenden, mächtigen Michaelskirche dominiert wird, auf deren markanter Treppe jährlich Freilichtspiele stattfinden. Der Platz wird von Gebäuden aller Stilarten umrahmt, wobei das barocke Rathaus ein hervorstechendes Gegenüber zur Kirche bildet.

Die kleine, aus dem 12. Jh. stammende Johanniterkirche wurde von dem in Hohelohe allgegenwärtigen Reinhold Würth erweitert und zu einem feinen Museum ausgebaut, das ausschließlich Alte Meister zeigt. Unter den vielen, meist mittelalterlichen Bildern, Porträts und Skulpturen befindet sich mit Hans Holbeins Schutzmantelmadonna ein Werk der absoluten Extraklasse, das als teuerster Ankauf eines deutschen Bildes gilt. Das muss man gesehen haben.

Nach dem Mittagessen im Brauereiausschank Zum Löwen, bei etwas zu lauter Kulisse, wird noch die in einem postmodernen, beeindruckenden Gebäude untergebrachte Kunsthalle Würth besichtigt. Hier ist als  Wanderausstellung Moderne Zeiten eine große Anzahl Gemälde der Berliner Nationalgalerie zu sehen, überwiegend deutsche Expressionisten, doch auch Picasso, Miro usw. fehlen nicht.

Drei Tage hervorragendes Reisewetter, Kunst und Kultur im Überfluss, angemessen gute Verköstigung. Was will man mehr?

Zufrieden mit sich selbst, insbesondere aber mit den sorgfältigen Organisatoren Falk und Karl-Josef und ebenso mit den beiden sicheren Fahrern Gerd und Edgar, wird die letzte Etappe dieses erlebnisreichen Ausflugs zurückgelegt. Punktgenau 17.00 Uhr sind wir wieder in Graben. Es waren drei wunderschöne Tage bei bester Stimmung – einfach zum Einrahmen.

September 2014
Alfred Metzger
 

Teilnehmer:

Birringer, Karl-Josef                Mikosch, Falk        
Gablenz, Edgar                       Rösch, Reinhard    
Kammerer, Albert                    Stach, Gerd        
Kemm, Günter                        Süß, Rudi
Klonig, Hermann                     Veenstra, Piet
Matthes, Winfried                    Wilhelm, Karl-Heinz
Metzger, Alfred                        Zimmermann, Rudolf
am 28.9. noch
Engel, Erwin mit                      Rosi

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