Jedermänner : Winterwanderung der Jedermänner

Winterwanderung der Jedermänner am 30. Dezember 2013 nach Maikammer

Alljährlich nutzen die Jedermänner die Tage nach Weihnachten, um bei einer Winterwanderung den Feiertagsspeck zu bekämpfen. Von Winter war allerdings nicht viel zu sehen, als sich am 30. Dezember 2013 zwölf Jedermänner früh morgens am Bahnhof Graben-Neudorf trafen, um sich in die Pfalz transportieren zu lassen.
Die Bahn ist zu loben, die trotz dichten Nebels fast pünktlich den angepeilten Bahnhof Maikammer fand. Dort wurden die Wanderer bereits von dem Winzer Walter Groß erwartet, der seit langen Jahren viele Kunden in Graben mit seinem Wein versorgt. Schon beim etwas außerhalb des Ortes liegenden Bahnhof machte ein kämpferisches Plakat auf das aufmerksam, was die Menschen hier drückt. Die mit sich und der Welt recht zufriedene Verbandsgemeinde Maikammer soll zwangsweise dem weniger geliebten Edenkoben zugeschlagen werden. Das stinkt offenbar den Bewohnern gewaltig. Sie protestieren und prozessieren. Die Landesregierung interessiert das anscheinend aber wenig.

– So sind sie halt, die Pfälzer.
Nach einem Fußmarsch von etwa einem Kilometer wurde das Weingut Groß erreicht. Wir wurden mit Sekt aus eigener Erzeugung begrüßt und konnten dabei feststellen, dass die Leute ihr Handwerk verstehen. Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung imponierten die recht großen Behälteranlagen, meist aus Edelstahl oder aus Beton. Erstaunlich auch, was ein Winzerbetrieb, der 12 ha bewirtschaftet, alles in Maschinen und technischem Gerät vorhalten muss.
Es folgte eine geführte Wanderung durch die Weinberge des Ortes. Die Felder Maikammers sind ausschließlich mit Reben bestanden. Der Ort mit 4.300 Einwohnern hat 40 selbständige Winzer, wovon die meisten ihre Produkte selbst vermarkten. An praktischen Beispielen konnten wir sehen, wie die Reben heute geschnitten werden und lernten vielfältiges über den Weinbau. Eindrucksvoll ist die hohe Arbeitsintensität, die notwendig ist, um Trauben für einen qualitätsvollen Wein zu erzeugen. Dem sich inzwischen einstellenden Hunger wurde im Weingut mit einem schmackhaften Mittagessen begegnet.

So gestärkt konnte am Nachmittag eine zweistündige Ortsbesichtigung durchgeführt werden. Leicht war zu erkennen, dass hier seit Jahrhunderten Wohlstand herrscht, der sicher auf den Weinbau zurückzuführen ist. Der Ort, der früher, genau wie Neudorf, zum Fürstbistum Speyer gehörte, hat eine erstaunliche Anzahl herausragender Gebäude, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen. Hinzu kommen einige große Villen aus der Gründerzeit. Frau Neumann, unsere charmante Führerin, verstand es, Steine zum Leben zu erwecken und gab immer wieder Anekdoten und Ereignisse aus der Ortsgeschichte zum Besten. Außer zwei Kirchen wurde auch eines der ältesten Gebäude von innen besichtigt. Auffallend in diesem insgesamt vorzüglich restaurierten Objekt ist ein besonders schöner Renaissanceraum, der nur in Filzpantienen betreten werden darf. Unserer Führerin gelang es 1 auf diese Weise im Handumdrehen 13 Männer zu Pantoffelhelden zu machen. Vermutlich wird der kleine Saal deshalb auch als Trauzimmer genutzt.

Zum Abschluss waren wir nochmals Gast im Weingut Groß. Bei einer Weinprobe und einem zünftigen Vesper konnten wir von unserem gesprächigen Gastgeber alles über den Wein erfahren und nutzten die Gelegenheit weidlich. Längst war es dunkel, als wir den Weg zurück zur Bahn nahmen.

Für die immer frohgelaunten Teilnehmer war es ein interessanter Tag, der viel Wissen um den Weinbau vermittelte und die Erkenntnis brachte: Maikammer ist unbedingt einen Besuch wert.
AM

Teilnehmer:
Bolz, Gerhard       Peeters, Walter
Gablenz, Edgar    Rösch, Reinhard
Klonig, Hermann  Siems, Claus-Dieter
Kurz, Herbert        Stach, Gerd
Metzger, Alfred     Süß, Rudi
Metzger, Manfred  Zimmermann, Rudolf

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