Abteilung Jedermänner: Jedermänner Winterwanderung 28 12 2015

  •  am 28.12.2015 ins Albtal

Die stillen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr werden von den Jedermännern jährlich zu einer Winterwanderung genutzt. Es ist eine zur Tradition gewordene Veranstaltung. Sei es frisch angesetzter Winterspeck, die Sehnsucht, sich endlich einmal wieder in frischer Luft zu bewegen oder das Bedürfnis, Freunden zu begegnen, gleichviel, die Beliebtheit dieses Wandertages ist bei beiden Gruppen der Jedermänner ungebrochen groß.

Kein Wunder, dass nicht weniger als 26 gestandene Männer zu nachtschlafener Zeit im Bus sitzen, der kurz vor 9 Uhr von Graben nach Hochstetten fährt. Ab hier ist es die Straßenbahn, mit der ohne Umstieg Bad Herrenalb erreicht wird.

Der frische, klare Wintermorgen in Graben verwandelt sich ab Leopoldshafen in eine dichte Milchsuppe, die erst ab Ettlingen wieder freier Sicht und ungehindertem Sonnenschein weicht. Dazwischen liegt eine umfängliche Stadtrundfahrt, und dies alles zu einem sagenhaft günstigen Preis.

In Herrenalb angekommen, gehen wir erst zu den Ursprüngen dieser Siedlung. Die Reste des Zisterzienserklosters aus dam 12. Jh. sind noch vorhanden und lassen frühe Baukunst erkennen. Imponierend das Wahrzeichen des Ortes: die kräftige Kiefer, die auf einem Torbogen steht, genau in dessen Mitte. Gerd Stach hat sich etwas schlau gemacht und erzählt über die frühe Geschichte des Klosters, bevor wir wieder zurückgehen und uns bachabwärts bewegen.

Klosterpfad nennt sich der bequeme Wanderweg, der von den Herrenalber Klosterresten, ein Stück durch die Stadt und den Kurgarten, dann ab der Kullenmühle innerhalb des Waldrandes hoch über der Alb nach Frauenalb führt. Auf Tafeln, die immer wieder den Weg säumen, wird die Geschichte der beiden Klöster lebendig gemacht. Interessant sind auch die alten massiven Steine zur Markierung der Grenze zwischen Baden und Württemberg, der wir ein ganzes Stück entlanggehen. Zu unserer Freude bewegen wir uns überwiegend auf altem Badischen Territorium und können erhobenen Hauptes auf die Schwäbischen Wiesen herabsehen. Dort wo wir die Grenze verlassen und ganz ins gelobte Land eintauchen, steht ein kleines Grenzhäuschen. Mit einer Kurbel kann man eine Stimme zum Erzählen bringen. Sie berichtet von alten Grenzgeschichten, Geschehnissen und einander zugefügten Gemeinheiten. Das geht bis zur Beichte beider Parteien. Vermutlich auch zur Absolution, aber soviel Zeit bringen wir nicht mit und halten sie auch nicht für erforderlich. Alle alten Übeltäter mussten sterben und haben damit ausreichend gebüßt.

Bald grüßen uns die Reste des Benediktinerinnenklosters Frauenalb mit den markanten Doppeltürmen über der dachlosen Ruine der Klosterkirche. Hier werden die Herzen der mitmarschierenden Sänger angerührt, die mit gewisser Regelmäßigkeit mit dem Landkreisprojektchor hier Konzerte geben. Man könnte länger verweilen, aber der König von Preußen ruft. In diesem schönen Gasthof erwartet man uns zum Mittagessen. In der Folge zeigt sich die Wahl recht glückhaft. Nicht nur die angemessen vornehme Tisch- und Stuhlbedeckung stellt uns zufrieden, mehr noch das, was uns aus der Küche geboten wird.

Ein bisschen lange dauert es, bis wir unser Geld los werden, so dass für die weitere Wanderung nach Marxzell der kürzere der beiden alternativen Wege genutzt werden muss, um die angepeilte Bahn zurück zur Heimat zu errreichen. Wir schaffen das – alle. Wenn sich auch die alte biblische Weisheit: „Die Ersten werden die Letzten sein“, wieder einmal bewahrheitet.

Abfahrt in Marxzell kurz nach 16 Uhr, Ankunft in Graben ca. 18 Uhr, lässt zurecht viel Zeit für angenehme Unterhaltung vermuten. Hier trennen sich die Wege. Manche zieht es rasch zu Mutti, andere möchten bei Meister Puth noch das Geschehen Revue passieren lassen.

Für alle war es ein recht schöner Tag. Gerd und Edgar haben sich mit der Organisation wieder viel Mühe gemacht. Ihnen sei gedankt. Sie dürfen so etwas wieder machen.

Graben-Neudorf, 29.12.2015

Alfred Metzger

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