Abteilung Jedermänner: Jedermänner in Franken – Ausflug vom 10. – 12. Oktober 2017

Dienstag, 10.10.2017:

Hinter der ev. Kirche in Graben treffen sich am Morgen 18 Jedermänner. Sie steigen in zwei Kleinbusse zu den Fahrern Albert Prestel und Gerd Stach sowie zu Walter Peeters, der mit seinem  PKW als Scout vorweg fährt.

Ziel ist das Frankenland um Jagst, Tauber und Main. Auf Landstraßen geht es zunächst durch den Kraichgau. Erst nach Heilbronn wird die Autobahn genutzt. Kirchberg an der Jagst, unsere erste Station empfängt uns mit leichtem Regen. Die gute Stimmung wird dadurch nicht beeinträchtigt, zumal die erste Amtshandlung in einem Konditoreicafé stattfindet.

Hier holt uns ein fröhlicher Mensch ab, der uns durchs Städtchen führt, uns zeigt, wo früher die einträgliche Furt über die Jagst verlief, viel erzählt und uns zum hoch über dem Bach liegenden Schloss leitet. Die Führung endet in der Schlosskirche, die einstmals eine besonders schöne Barockausstattung hatte, aber nach einem Großbrand 1929 im martialischen Stil jener Zeit renoviert wurde.

In „Fröbers Gastlichkeit“ einem netten Lokal in Kirchberg werden wir gut bewirtet, ehe wir unseren Weg quer über die Hohenloher Ebene fortsetzen. In Rot am See muss sich ein großes Volksfest abspielen. Überall abgestellte Autos und wandelnde Besucher behindern unser Durchkommen. Doch dann geht’s zügig weiter durch eine Reihe kleiner Dörfer, bis wir bei Creglingen zur Herrgottskirche gelangen. Das kleine gotische Gotteshaus beherbergt verschiedene sehenswerte alte Altäre. Die besondere Attration ist ein Holzschnitzaltar von Tilmann Riemenschneider, der als dessen Hauptwerk gilt.

Jetzt im Taubertal, führt unser Pfad an Weickersheim vorbei nach Bad Mergentheim.

Wir parken neben dem ausladend großen Schloss des Deutschen Ordens. Dort ist das Deutschordensmuseum untergebracht, durch das uns mit Wolfgang Willig ein kompetenter Kenner führt. Sehr anschaulich bekommen wir die Entstehung, Organisation und Geschichte des Ordens erläutert. Ein Stück wenig unbekannter Deutscher Geschichte wird hier lebendig. Nach über einer Stunde verabschieden wir uns mit herzlichem Dank von unserem exzellenten Führer, der im Übrigen zwei Bücher über die Schlösser und über die Klöster Baden- Württembergs geschrieben hat.

Wir gehen noch etwas durch die Innenstadt, bevor wir unser Hotel „Das Schaffers“ aufsuchen. Zum Nachtessen sind wir im Gasthaus zum Ross in Dainbach angemeldet.

In fast familiärer Atmosphäre bekommen wir die vorbestellten Gerichte serviert. Die Stimmung wird mit jedem Schluck Frankenwein besser. Kein Wunder, dass 23 Uhr vorüber ist, als wir unser Hotel wieder erreichen.

Mittwoch, 11.10.2017:

Nach einer ruhigen Nacht treffen sich alle zu einem reichhaltigen Frühstück. Alle sind zufrieden. Selbst das Fehlen von Heringen wird nicht bemängelt. Wir fahren nach Würzburg. Zügig erreichen wir die Stadt am Main und können unsere Autos vor der Residenz abstellen. Bis unsere Führerin erscheint, bleibt Zeit, die barocke Hofkirche zu besichtigen. Balthasar Neumann hin oder her, etwas zu überladen für unseren Geschmack fällt die üppige Pracht aus. Zu bewundern ist dennoch die große Perfektion, die Künstler und Handwerker zu Anfang des 18. Jh. auszeichnet.

Eine charmante junge Dame nimmt uns dann an die Hand, um in rund zwei Stunden vieles über die alte Bischofsstadt und die sie prägenden Bauten zu erzählen. Die gebürtige Polin, der das kaum noch anzumerken ist, fordert die alten Knaben zu zahlreichen Komplimenten heraus. Entsprechend locker ist über den ganzen Vormittag die Unterhaltung, ohne dass der Informationsgehalt leidet. Neben der Residenz, die wir nur von außen ansehen, ist besonders der Dom ein Schwerpunkt der Führung, die auch das Lusamgärtchen und das alte Weinlokal „Stachel“ einschließt.

Im Brauerei-Gasthof „Alter Kran“ sind wir zum Mittagessen angemeldet. An derben Tischen wird uns Rustikales in ganz vorzüglicher Qualität serviert. Die Gestaltung des weiteren Nachmittags ist jedem selbst überlassen. Wer sich’s zutraut, geht über die alte Mainbrücke und den steilen Steig hinauf zur Festung Marienburg. Durch einige Höfe dieses riesigen Baukomplexes gelangt man zur Terrasse, die einen großartigen Blick über die ganze Stadt bietet.

Auf dem Weg zurück zur Residenz haben wir mehrfach Kontakt mit jungen Leuten, die teilweise mit Buttons „ich helfe“ ausgestattet, von sich aus Brunnen erläutern, zum Walzertanz animieren oder, zur besonderen Freude Huberts, zum Theatermitspiel einladen. Es stellt sich heraus, erfahrene Studenten wollen mit ihren Aktionen ihren neuen Kommilitonen die Stadt zeigen und haben ihren Spaß, wenn sie ältere Semester, wie uns, einbeziehen können. Lauter fröhliche, hilfsbereite junge Menschen – das ist ermutigend!

Zurück im Hotel erwartet uns ein ausgezeichnetes Abendmenue. Die Schokoladeaufschrift „TSV Graben“  auf unseren Desserttellern wird als liebenswerter Gag beklatscht.

 

Donnerstag, 12.10.2017:

Gut gefrühstückt fahren wir am Morgen nach Neckarsulm. Dort werden wir im Deutschen Zweiradmuseum – NSU-Museum erwartet. Ein kerniger und überaus sachkundiger Führer versteht es, uns richtig mitzunehmen in die Geschichte des Zweirades. Zunächst in das ohne, dann in das mit Motor. Anhand der ausgestellten Exponate wird die Entwicklung erläutert, die innerhalb von 200 Jahren eine ungeahnte und die Welt verändernde Mobilität erzeugte.

Auf der hoch über der Umgebung liegenden Heuchelberg-Warte bei Leingarten machen wir  unseren Abschluss. Nach gutem Essen fällt es nicht schwer, ein dankbares Resümee unseres Ausfluges zu ziehen.

Die beiden Verantwortlichen Piet Venstra und Walter Peeters haben hochprofessionelle

Arbeit geleistet und die dreitägige Ausfahrt perfekt vorbereitet und begleitet. Die Unterstützung durch das  hervorragende Wetter war ein verdienter Lohn. Dank gebührt ebenso dem Abteilungsleiter und Dauerinformator Edgar Gablenz sowie Hermann Klonig, der uns immer wieder Geldeintreiber vom Halse gehalten hat und nicht zuletzt den umsichtigen und sicheren Fahrern. In ihrer Obhut fühlten wir uns wie in Abrahams Schoß.

Kein Wunder, dass bei der Ankunft in Graben eine überaus zufriedene Gesellschaft voll Vorfreude auf das nächste Jahr auseinanderging.

 

Oktober 2017                                                                                    Alfred Metzger

 

Teilnehmer:

Volkmar Ber, Falk Mikosch, Karl-Josef Birringer, Bernd Müller, Hubert Fies, Walter Peeters, Edgar Gablenz, Albert Prestel, Werner Juchler, Walter Reinmuth, Hermann Klonig, Günther Schindler, Reinhold Leichtle, Gerd Stach, Winfried Matthes, Piet Venstra, Alfred Metzger, Rudolf Zimmermann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.