Wiedergründung

Nach dem totalen Zusammenbruch im Frühjahr 1945 und der Aufteilung Deutschlands an die Militärregierungen regten sich die alten Mitglieder, um ihren Verein wieder aufzubauen.

Am 29. Dezember 1945 trafen sich die alten Freunde dann auf Vorschlag von Carl Hartmann im Rathaus, um zu besprechen, ob ein Wiederaufbau zum damaligen Zeitpunkt schon möglich war. Carl Hartmann sollte, mit Unterstützung von Ludwig Scholl und Ludwig Hartkorn, den Verein wieder auf Vordermann bringen.

Gesagt – getan. Ludwig Hartkorn übernahm den Spielbetrieb, Hermann Blau besorgte Baumaterial für die Turnhalle, denn diese bot nach dem Krieg ein Bild der Verwüstung. Sogar das gesamte Inventar war geplündert worden.

Durch Spenden der Anwesenden über 450 Reichsmark konnte den Zinsverpflichtungen bei der Sparkasse nachgekommen werden.

Am 26. Januar 1946 fand die erste Mitgliederversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg im Gasthaus „Löwen“ statt. Zum ersten Vorstand wurde Carl Hartmann gewählt, zum zweiten Vorstand Hermann Flohr, Oberturnwart wurde Ludwig Scholl und Beisitzer waren Ludwig Hartmann und Ludwig Hartkorn. Sofort wurde auch ein Antrag an die Militärregierung zur Weiterführung des Vereins als „Turn- und Sportverein Graben 1901 e.V.“ gestellt.

Als dann am 24. Februar 1947 die erste Hauptversammlung stattfand, zählte der Verein bereits wieder 335 aktive und passive Mitglieder. Die frühere Satzung aus dem Jahre 1935 trat mit einigen Änderungen wieder in Kraft. Der Jahresbeitrag betrug übrigens 1947 vier Reichsmark.

Die Turnerinnenabteilung zählte zu diesem Zeitpunkt rund 80 Mitglieder und hatte sich dadurch zu einer tragenden Säule des TSV entwickelt. Somit stand das am 15. Juni 1947 stattfindende Schauturnen ganz im Zeichen des 20-jährigen Bestehens der Turnerinnenabteilung.

Beim Kreisturnfest in Grötzingen am 17. August 1947 trat der TSV als einer der stärksten Vereine an, und zwar mit 16 Turnerinnen, fünf Turnern und zwei Kampfrichtern.

1948 gaben dann der langjährige Vorstand Carl Hartmann und auch Oberturnwart Ludwig Scholl ihre Ämter an jüngere Leute ab: Bei der Hauptversammlung wurden Ludwig Hartkorn zum ersten Vorsitzenden, Eugen Zimmermann zum zweiten Vorsitzenden und Paul Ruf zum Oberturnwart gewählt. Die aus dem Amt geschiedene Vorstandschaft wurde anlässlich des Schauturnens am 30. Mai 1948 für ihr Engagement zum Wohle des Vereins geehrt.

Im August 1948 nahm der TSV am Kreisturnfest in Bulach mit 32 Männern und Frauen teil. Trotz der großen Konkurrenz konnten sich die Jugendturner hervorragend platzieren. Herausragend war Erwin Scholl, der als Sieger im Jugend-Geräte-Vierkampf aus Bulach zurückkehrte. Am 30. und 31. Juli 1949 besuchten 18 aktive Turnerinnen und Turner das Landesturnfest in Karlsruhe. Davon bekamen 15 Teilnehmer „Eichenstrauß“ und Urkunde. Am 17. August 1949 bat der Schwerathletik-Verein um Aufnahme. Dieser erlebte unter ihrem damaligen Leiter Karl Spieß einen immer größeren Aufschwung.

Am 21. August 1949 konnte der Sporthaus-Neubau mit einem Sportfest auf dem Waldsportplatz eingeweiht werden. Das Sporthaus wurde fast ausschließlich von den Vereinsmitgliedern gebaut.